Schneider führt den Städtepartnerschaftsverein • „Themen junger Menschen aufgreifen“

Norbert Schneider steht nun an der Spitze des Städtepartnerschaftsvereins (Foto: Arnold)

Während der Mitgliederversammlung des Städtepartnerschaftsvereins Friedrichsdorf am 15. Mai 2019 wurde Norbert Schneider (65) einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Beate Pötzsch-Ahrens, die nicht mehr für das Amt kandidierte. Der gelernte Verlagskaufmann war bisher als stellvertretender Vorsitzender für die Partnerschaft mit der österreichischen Marktgemeinde Bad Wimsbach-Neydharting verantwortlich. Diese Aufgabe wird bis zur turnusgemäßen Neuwahl des übrigen Vorstands im kommenden Jahr kommissarisch seine Ehefrau Ditta Schneider übernehmen.

Trotz der prekären Lage, in der sich der Verein bei rapide schrumpfender Mitgliederzahl befindet, sieht Schneider „Zukunftschancen, die man nur anpacken muss“. Ziel sei dabei eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, ohne jedoch den Verein an sich näher an das Rathaus zu binden. „Wir haben die persönlichen Kontakte zu den Menschen in den Partnerstädten und können dort viel stärker in die Breite gehen, als die Stadt das könnte“, betonte Schneider. Er hofft dabei auf Hilfe des neuen Kulturamtsleiters Jonas Steinert, der Vorstandsberichte und Wahl im Forum Friedrichsdorf verfolgte.

Es sei im städtischen Interesse, dass der Verein weitergeführt wird, beschrieb Steinert das vorläufige Ergebnis der Gespräche, die Beate Pötzsch-Ahrens mit Bürgermeister Horst Burghardt und dem Kulturamt vor wenigen Tagen um die Zukunft des Vereins geführt hat. Die bisherige Vorsitzende betrachtet es jedoch als Aufgabe ihres Nachfolgers, diese Gespräche weiterzuführen.

Schneider will insbesondere Themen junger Menschen künftig besser aufbereiten. Er dankte seiner Vorgängerin für die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre, übte in seiner Antrittsrede jedoch auch Kritik an der Tätigkeit des Vereins. „Es ist viel versäumt worden“, sagte er. Zwar seien die bestehenden Projekte und Freundschaften fortgeführt, jedoch nichts Neues begonnen worden.

Ditta Schneider wird zunächst kommissarisch den Kontakt nach Bad Wimsbach halten (Foto: privat)

Seit Jahren verzeichnet der 1972 ins Leben gerufene Städtepartner-
schaftsverein einen kontinuier-lichen Rückgang nicht nur der Mitgliederzahl, sondern auch der aktiven Helfer. Nach Hoch-Zeiten von mehr als 300 Mitgliedern waren es 2012 noch 186, nur drei Jahre darauf schrumpfte die Zahl auf 142 und heute – weitere drei Jahre später – sind es noch 114 Mitglieder.

Mit der Auflösung des Twinning Committee in Chesham im vergangenen Jahr ist zudem ein wichtiger Pfeiler der Arbeit weggebrochen. Die Vereine in Houilles und Friedrichsdorf entschlossen sich deshalb, das üblicherweise im jährlichen Wechsel von den drei Städten ausgerichtete internationale Kulturwochenende einzustellen. Nur zwei gemeinsame Veranstaltungen gibt es damit noch: das Europakonzert und das Pfingsttreffen. Dennoch sind die Kontakte zwischen den Städten lebendig. Zwölf Cheshamer haben ihre Anreise zum Pfingsttreffen in Houilles Anfang Juni angekündigt – obwohl niemand damit gerechnet hatte. Wie sagte schon Tina Pierce, eine der früheren Vorsitzenden des Cheshamer Partnerschaftsvereins (siehe Bericht vom 30. Januar 2014) nach der Auflösung vor einem Jahr: „Vielleicht werden wir bald einen neuen Verein gründen.“

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