Heißer Apfelwein für verwöhnte französische Gaumen

Brigitte Arnold, Marie-Rose Fleury und Annie Lubin (von links) am Friedrichsdorfer Stand (Foto: Arnold)

Der Duft heißen Apfelweins, verfeinert mit Zimt und Nelken, ist nicht unbedingt etwas, das französische Nasen häufig riechen, wenn sie über einen Weihnachtsmarkt in ihrem Heimatland schlendern. Entsprechend neugierig bis skeptisch betrachtet die Mehrzahl der Besucher in der lichtergeschmückten Gasse im Houiller Parc Charles de Gaulle den Topf, in dem Brigitte Arnold vom Städtepartnerschaftsverein Friedrichsdorf von Zeit zu Zeit rührt. „Das braucht seine Zeit, aber dann schmeckt es den meisten doch, vor allem, wenn sie sich die Hände daran wärmen können“, sagt sie lachend, während sie zwischendurch gemeinsam mit den Freundinnen Marie-Rose Fleury und Annie Lubin einer Kundin erklärt, was unter Dominosteinen zu verstehen ist. Keine ganz leichte Sache in einer fremden Sprache und doch hat sie sich mit ihrer alljährlichen Präsenz eine Stammkundschaft erarbeitet, die ihr in der französischen Partnerstadt Stollen, Lebkuchen und allerlei Weihnachtsdekoration deutscher Provenienz förmlich aus den Händen reißt.

Das Wort „Stollen“, nach französischer Aussprache auf der hinteren Silbe betont, ist in vieler Besucher Munde, manch ein Kunde erklärt den neben ihm Stehenden auch ohne Hilfe der Frauen hinter den Tischen, was es damit auf sich hat und dass manche sogar mit „Pâte d’amandes“ gefüllt seien – Mandelteig oder schlicht Marzipan. Selbst gemachte Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr. Nebenan verkaufen die Freunde vom Houiller Partnerschaftsverein wie jedes Jahr ihre selbst gefertigten Perlenketten – in langwieriger Kleinarbeit aufgefädelte Kleinode, die ebenfalls gefragt sind.

Houiller Rathaus mit Weihnachtsmann-Briefkasten (Foto: Arnold)

Die Gasse der gut zwei Dutzend großen weißen Zelte haben die Männer vom dortigen Bauhof am frühen Morgen bei fröstelnder Kälte aufgebaut, inklusive Tischen, Stromversorgung und duftendem Stroh überall auf dem Boden – des Ambientes wegen.

Vom Rathaus aus, vor dem eine weiß bestäubte Winterlandschaft mit Schlitten, Weihnachtsmann und Wunschzettel-Briefkasten in diesem Jahr Kinder und Eltern anlockt, führt der Weg durch den Park, zu Crepes, ehrenamtlich betriebener Suppenküche, Schulchören und Weihnachtsradio, das sogar aus den Lautsprechern auf dem Wochenmarkt gegenüber zu hören ist. Bis spät in den Nachmittag hinein dauert das Spektakel, das vor einigen Jahren noch ebenso skeptisch betrachtet wurden wie heuer der heiße deutsche Apfelwein und das inzwischen auch aus der Houiller Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken ist.

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