Bürgermeister Horst Burghardt zu Gast beim Wimsbacher Georgiritt

Freiluft-Festgottesdienst vor der Georgskirche in Kößlwang (Foto: Alfred Haslinger)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Aufs Pferd gestiegen ist der Friedrichsdorfer Bürgermeister Horst Burghardt beim 41. Kößlwanger Georgiritt in der Partnerstadt Bad Wimsbach-Neydharting nicht. Gemeinsam mit Ehefrau Cordula und rund 800 weiteren Gästen wanderte er am 28. April 2019 die rund vier Kilometer von der Bad Wimsbacher Pfarrkirche über den Weiler Dorfham bis zur Georgskirche in Kößlwang – bei heuer eiskaltem Wetter.

Für Burghardt war es ein seltener Besuch in der österreichischen Gemeinde, ganz im Gegensatz zu seinem Wimsbacher Amtskollegen Erwin Stürzlinger, der häufig zu Gast in Friedrichsdorf ist – unter anderem bei der 50-Jahr-Feier in Seulberg im vergangenen Sommer. Zu diesem Zeitpunkt reifte auch die Idee für den Gegenbesuch, für den Norbert Schneider, kürzlich gewählter Vorsitzender des Friedrichsdorfer Städtepartnerschaftsvereins (siehe Bericht), schließlich den Georgiritt als Termin vorschlug.

Auf den Gedanken, einen glühenden Schürhaken ins Bier zu halten, kann wohl nur ein Schmied kommen (Foto: Schneider)

Insgesamt 14 Friedrichsdorfer reisten schließlich nach Österreich. Mit dabei neben Burghardt und Schneider waren auch der Erste Stadtrat Reinhold Bingenheimer, Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb und der Köpperner Zimmerermeister Michael Becker. „Ein spontanes Programm mit wundervollen Gesprächen, gelebte Partner- und Freundschaft“, fasst Schneider die drei Tage zusammen. Man sprach dem Most zu, kostete Würstel im Gasthof Staudinger, ließ sich durchs 2014 neu um die Eisengewinnung konzipierte Heimatmuseum „Tempus“ führen und lauschte den Hammerschlägen in der Hackenschmiede.

Bierstacheln und deutsche Dirigenten

In der Hackenschmiede lernten die Friedrichsdorfer auch, was es mit dem sogenannten Bierstacheln auf sich hat: Ein glühender Schürhaken, der Stachel, wird für ein paar Sekunden in kaltes Bier getaucht. Durch die Hitze karamellisiert der Restzucker und es bildet sich ein warmer, cremiger Schaum.  „Schmeckt ungewöhnlich, aber gut“, lautete Schneiders Fazit. Glaubt man der Überlieferung, geht das Bierstacheln auf Hufschmiede zurück, die im Winter kein eisiges Bier trinken wollten.

Bürgermeister Horst Burghardt mit „gestacheltem“ Bier (Foto: Schneider)

Der von der Freiwilligen Feuerwehr Bergham-Kößlwang seit 1979 ausgerichtete Georgiritt mit Pferdesegnung, Festgottesdienst und anschließendem Frühschoppen gilt als Höhepunkt des Wochenendes. Und der Blasmusik der erfolgreichen Bad Wimsbacher Trachtenmusik-Kapelle tat selbst der Taktstock in den Händen der deutschen Besucher keinen Abbruch. 

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