Arbeit gegen das Missverstehen / Canenbley und Schneider neu im Vorstand

Der neue Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins: Anja Canenbley, Norbert Schneider, Beate Pötzsch-Ahrens, Irmgard Buggert-Fehn, Freya Bednarski-Stelling und Irmgard Thorisch (von links, Foto: Arnold)

Der aktuelle Vorstand des Partnerschaftsvereins: Anja Canenbley, Norbert Schneider, Beate Pötzsch-Ahrens, Irmgard Buggert-Fehn, Freya Bednarski-Stelling und Irmgard Thorisch (v.l., Foto: Arnold)

„Da ist man wieder ganz nah beieinander und erinnert sich an die schönen gemeinsamen Erlebnisse“, sagt Vorsitzende Beate Pötzsch-Ahrens, die jetzt bei der Jahreshauptversammlung in ihrem Amt bestätigt wurde. Insgesamt drei Partnerstädte hat Friedrichsdorf: Bad Wimsbach-Neydharting (Österreich), Houilles (Frankreich) und Chesham (Großbritannien). Eine vierte, mit Muratpasa, einem Stadtbezirk von Antalya (Türkei), ist auf dem Weg. Der Prozess ist jedoch ins Stocken geraten, vielleicht auch wegen der weltpolitischen Lage, vermutet Pötzsch-Ahrens. Das Friedrichsdorfer Stadtparlament hatte die Partnerschaft Ende 2013 beschlossen. Jetzt sind die türkischen Politiker und Behörden am Zug.

Insgesamt 142 Mitglieder hat der Friedrichsdorfer Städtepartnerschaftsverein. Bei den Vorstandswahlen haben zwei Ressorts neue Leiter bekommen. Für Bad Wimsbach-Neydharting ist jetzt Norbert Schneider zuständig. Sein Vorgänger Heinz Raab hatte sich schon seit 1968 für die Kontakte Seulbergs zur österreichischen Gemeinde engagiert. Seit der Fusion Seulbergs, Köpperns, Burgholzhausens und des damaligen Friedrichsdorf zur Gesamtstadt Friedrichsdorf ist Bad Wimsbach-Neydharting mit Friedrichsdorf verschwistert. Chesham wird jetzt von Anja Canenbley betreut. Hajo Brüggermann, der sich bisher darum gekümmert hat, ist nach Bonn gezogen. In ihren Ämtern bestätigt wurden Irmgard Buggert-Fehn für Houilles, Irmgard Thorisch als Kassiererin und Freya Bednarski-Stelling als Pressewartin.

Das internationale Pfingsttreffen, das die Partnerstädte abwechselnd ausrichten, findet diesmal in Chesham statt. „Auf dem Ausflugs-Programm steht am Pfingstsamstag eine Fahrt nach Waddesdon-Manor, das ist einer der Landsitze der Rothschild-Familie mit herausragender Kunst-Sammlung“, erklärt Pötzsch-Ahrens. Am Pfingstsonntag ist der offizielle Empfang im Rathaus von Chesham, der „Townhall“. Und am Abend steht Dinner-Dancing (Abendessen und Tanz) auf dem Plan. Pötzsch-Ahrens ist immer wieder beeindruckt vom Engagement des britischen Partnervereins um Vorsitzende Tina Pearce. „Der Verein bekommt keine öffentlichen Gelder und hat nur 32 Mitglieder.“ Aber beim Spendensammeln seien die Cheshamer Freunde äußerst erfindungsreich.

Europa-Konzert
Der nächste Städtepartnerschafts-Termin in Friedrichsdorf ist das Europa-Konzert am Samstag, 9. Mai. Musikschüler aus den Partnerstädten musizieren dann zusammen mit Friedrichsdorfer Musikschülern. „Voriges Jahr waren wir in Houilles, und die jungen Friedrichsdorfer, die daran teilgenommen haben, waren danach so begeistert, dass sie sich überschwänglich bedankt haben.“ Sie waren in französischen Familien untergebracht und haben dort in sehr kurzer Zeit – es war nur ein verlängertes Wochenende – sehr viel Neues kennengelernt: eine andere Kultur, anderes Essen und anderes Freizeitverhalten.

Diese Erfahrungen könne auch die Teilnehmer des Schüleraustauschs machen, den der Städtepartnerschaftsverein mit Houilles anbietet: Vom 24. Juli bis 1. August kommt eine Gruppe junger Franzosen nach Friedrichsdorf. Vom 17. bis 25. Oktober fahren die Friedrichsdorfer zu ihren Austauschpartnern nach Houilles. Mitmachen dürfen Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, die spätestens 2014 begonnen haben, Französisch zu lernen. Anmeldung und Information bei Brigitte Arnold, Telefon und Fax (0 61 72) 7 28 83.

Doch zurück zum Europa-Konzert. Am folgenden Tag, Sonntag, 10. Mai, ist Europatag, der diesmal in Steinbach gefeiert wird. Städte des Hochtaunuskreises stellen dann ihre Partnerstädte vor.

Kulturwochenende
Weiter geht es in Friedrichsdorf am 12. und 13. September mit dem internationalen Kulturwochenende, zu dem wiederum Gäste aus den Partnerstädten erwartet werden. „Dann ist ein Ausflug zum Hambacher Schloss geplant“, verrät Pötzsch-Ahrens. „Anlass sind der Wiener Kongress vor 200 Jahren und die folgende Restauration in Deutschland.“ Bis 1815 gehörte die Pfalz zu Frankreich. „So kannte die Bevölkerung dort die fortschrittlichen französischen Bürgerrechte.“ Als die Pfalz dann zu Bayern kam, gab es deswegen Konflikte. Unter anderem auf dem Hambacher Fest 1832 forderten die Teilnehmer die nationale Einheit Deutschlands sowie ein „Conföderiertes republikanisches Europa“, Presse-, Meinungs-, Versammlungsfreiheit, die Gleichberechtigung der Frauen. Im Hambacher Schloss gibt es dazu eine Dauerausstellung. Anschließend wird gepicknickt und am Abend soll ein Pfälzer Weinlokal besucht werden.

Feste Termine im Kalender des Städtepartnerschaftsvereins sind die Braderie – ein riesiger Flohmarkt – in Houilles am 4. Oktober und der dortige Weihnachtsmarkt am 13. Dezember. Brigitte Arnold ist bei beiden Veranstaltungen mit Friedrichsdorfer Spezialitäten dabei.

Warum Städtepartnerschaften heute nach wie vor ein wichtiger Baustein der Völkerverständigung sind? Pötzsch-Ahrens betont: „Man kann sich so entsetzlich missverstehen. Deshalb ist es da Beste, man pflegt Kontakte zu Menschen aus anderen Ländern und übt sich darin, den anderen zu verstehen.“

Neue Mitglieder sind im Städtepartnerschaftsverein willkommen. Zudem werden Gastgeber für die Teilnehmer des Europakonzerts und die Gäste des Kulturwochenendes gesucht. Informationen gibt es bei Beate Pötzsch-Ahrens, Telefon (0 61 72) 77 81 21 und im Internet unter der Adresse www.staedtepartner- friedrichsdorf.de.

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