Glocke soll wieder in Cheshams Uhrturm läuten • 7.000 Pfund für Umbau notwendig

Im Jahr 1748 wurde die Glocke der Cheshamer Stadthalle gegossen. Jetzt wartet sie im Museum darauf, wieder aufgehängt zu werden (Foto: Chesham Society)

Im Jahr 1748 wurde die Glocke der Cheshamer Stadthalle gegossen. Jetzt wartet sie im Museum darauf, wieder aufgehängt zu werden (Foto: Chesham Society)

Rund 7.000 britische Pfund wollen mehrere Cheshamer Vereine aufbringen, damit im Uhrtum am Marktplatz wieder eine Glocke schlagen kann, so Berichte der lokalen Zeitungen „Chiltern Voice“ und „Bucks Free Press“. Das Wahrzeichen der Stadt benötigt eine Verstärkung der Statik sowie eine spezielle Aufhängung, wenn es die Glocke der 1965 abgerissenen Stadthalle, an deren Stelle der heutige Uhrtum steht, aufnehmen soll. Möglich wäre dann ein Läuten zwischen 8 Uhr und 20 Uhr, um die Anwohner nicht zu stören.

Medienberichten zufolge sind die Cheshamer Stadträte prinzipiell durchaus für das Projekt, doch darüber, wie das Geld zusammenkommen soll, herrscht noch Unklarheit. Die Stadt kann die Summe nicht aufbringen. Für Stadtrat Chris Spruytenburg, gleichzeitig Vorsitzender des Cheshamer Heimatmuseums, ist die Sache dennoch klar: „Die Glocke ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte.“ Man will nun versuchen, gemeinsam mit den Vereinen Better Chesham und Chesham Society auf das Ziel hinzuarbeiten.

2012 fand die Glocke den Weg ins Cheshamer Heimatmuseum. Sie wurde 1748 von der Londoner Whitechapel Bell Foundry gegossen und hing ursprünglich in der alten Stadthalle bis zu deren Abriss 1965. Offenbar entging sie als einzige Cheshamer Glocke dem Einschmelzen. Der Turm am heutigen Marktplatz wurde 1992 neu aus Ziegeln alter Machart errichtet – nach dem Vorbild der Stadthalle – jedoch ohne Glocke. Die Ziffernblätter und der restaurierte Mechanismus stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Glockenturm am Cheshamer Marktplatz (Foto: Chesham Town Council)

Stirling McGuire aus dem Heimatmuseum erzählt in einem Youtube-Film von der Geschichte der Glocke. Ihm wäre es am liebsten, wenn sie bis zur Gedenkfeier zum 1. Weltkrieg schon wieder läuten würde. „Wenn nur jeder Einwohner Cheshams statt einen Kaffee zu trinken ein Pfund spenden würde, dann bekämen wir das Geld schnell zusammen“, sagt er. Einen Grundstock hat der Fonds immerhin schon: Die Chesham Society stiftete die für die Gestaltung des Marktplatzes vorgesehenen 450 Pfund für das Vorhaben.

Laut Historiker Keith Fletcher hatte das Städtchen an der Chess in früheren Zeiten viele aktive Glocken, beispielsweise die der Kirche St Mary’s, der Broadway Baptist Church, die der Whitehill School und der Alten Feuerwache in der Upper Street. Alle wurden im Lauf der Jahre aus Sicherheitsgründen abgehängt und vermutlich eingeschmolzen.

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