Heute vor 50 Jahren: Elysée-Vertrag zwischen Frankreich und Deutschland

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer im Elysée-Palast den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag (Foto: MAEE)

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer in Paris den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit – kurz Elysée-Vertrag. Der Vertrag stellt einen historischen Meilenstein in den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich dar.

Er bereitete der dauerhaften Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen den Weg und bildet bis heute den politischen Rahmen für eine tiefe Freundschaft. Am heutigen 22. Januar 2013 werden die beiden Regierungen in Berlin die Unterzeichnung des Elysée-Vertrags feierlich begehen.

1950 wurde die erste deutsch-französische Städtepartnerschaft besiegelt. Die Stadt Ludwigsburg nahm seinerzeit mit der französischen Stadt Montbéliard eine Städtepartnerschaft auf. Montbéliard, zu deutsch Mömpelgard, war lange Zeit eine württembergische Exklave in Frankreich.

Näheres dazu und auch zu den zahlreichen Feierlichkeiten, die bereits im vergangenen Jahr ihren Anfang nahmen, gibt es unter www.elysee50.de. Dort wird auch mit zahlreichen Klischees aufgeräumt:

„Die Deutschen sind umweltbewusster als die Franzosen“

Nicht beim Abfall: 2007 haben Franzosen und Deutsche fast dieselbe Menge Müll produziert – 580 kg Abfall pro Kopf in Deutschland und 540 kg in Frankreich (Quelle: OECD, 2010).

„Die Deutschen fahren nur Mercedes oder BMW“

In Wahrheit sind die Deutschen beim Autokauf weniger patriotisch als die Franzosen. (In Frankreich liegt der Marktanteil der einheimischen Automobilhersteller bei 57,2 %, in Deutschland bei 49,3 % (Quelle: Comité des constructeurs français d’automobiles).)

„Die Deutschen sind sparsam bis knickrig“

Tatsächlich ist die Sparquote der deutschen Haushalte (11,2 %) in etwa gleich hoch wie die der französischen Haushalte (11,6 %) (OECD, 2010).

„Die Deutschen trinken nur Bier“

Falsch! Deutschland liegt beim Weinverbrauch an vierter Stelle in der Welt nach den USA, Italien und Frankreich, mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 26,3 Litern. Dem Volumen nach ist Deutschland übrigens der weltweit größte Weinimporteur. Mit Rebsorten wie Riesling, Müller-Thurgau, Scheurebe oder auch Schwarzriesling ist Deutschland auch Erzeugerland (Quelle: www.ca-vinexport.com).

„Die Franzosen streiken ständig oder machen Urlaub“

Das stimmt nicht! Die Franzosen arbeiteten 2009 1469 Stunden, die Deutschen dagegen nur 1309 Stunden. Die Deutschen konnten sich 2010 7,5 Wochen lang erholen, die Franzosen 7 Wochen lang (Quellen: Eurostat, OECD, Alternatives économiques).

„Käse ist das Grundnahrungsmittel der Franzosen“

Wussten sie, dass der meiste Käse in Deutschland hergestellt wird, mehr als in Frankreich und Italien? (Quelle: Direction générale des produits agricoles)

„Die Franzosen können keine Fremdsprachen“

In Deutschland wie in Frankreich ist die von den Jugendlichen am häufigsten gesprochene Fremdsprache Englisch (Deutschland: 92 %, Frankreich: 95 %). In Deutschland steht Französisch an zweiter Stelle (33 %), auch wenn Englisch mit großem Abstand führt. Ein Drittel der deutschen Jugendlichen kann also ein wenig Französisch. In Frankreich ist dagegen Spanisch die zweithäufigste Fremdsprache: Mehr als jeder zweite französische Jugendliche spricht wenigstens ein bisschen Spanisch. Deutsch rangiert auf dem dritten Platz (35 %) (Quelle: Studie von tns-sofres).

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